Ich denke “You can do more than you believe” war immer mein Lebensmotto um zahlreiche neue Erfahrungen zu machen und zu wachsen.

Nicht nur dass ich im jungen Alter von knapp über 30 zig Häuser gebaut habe und Wohnungen (ca 200), einen Wettbewerb für die Wohnraumversorgung der Bundesbediensteten gewann, er auch realisiert wurde, und 3 Jahre nach meinem ersten Einstieg ins Berufsleben gegenüber meinem ersten Chef zwei Wohngebäude mit ca 60 Wohnungen entwarf und baute, dann einem Projektentwickler ein Projekt mit Millionen Gewinnen rettete, was vorher 10 Jahre in der Schublade schlief, so dass der sperrige Stadtplanungsamter, zunächst ein vehementer Gegner des Projektes dann zu mir sagte: “Von Frau Reinhardt zu lernen, heißt siegen zu lernen” , mich dann 2002 mit 2 kleinen Kindern selbstständig machte und 2008 in eine vollkommen neue Branche - den Solarkraftwerkmarkt einstieg und mir diesen innerhalb von 11 Jahren auf Weltmarktniveau - ein für mich vollkommen fremdes Themenfeld, in dem ich keine Kontakte hatte -  erschloss.

Ich habe mit 50 angefangen auf dem Klavier zu improvisieren in meinem Wohnzimmer und über manche meiner Hürden zu singen, so dass sogar das Fernsehen kam um das zu filmen.

Vieles hat mich selber sehr überrascht und ich habe wirklich viel ausprobiert.

Es waren aber nicht die Erfolge, die ich für mich eigentlich nie so bewertet hatte, weil sie irgendwie selbstverständliche Folge meines Tuns waren, es waren die Hürden, an denen ich gewachsen bin, und an denen ich meine Kreativität geschärft habe.

Und es war die Musik und meine streckenweise große Einsamkeit, die ich als alleinerziehende Mutter erlebt habe, die mir geholfen haben mehr und mehr aus mir herauszugehen und meine Schüchternheit zu überwinden. Es war die Musik, die mir virtuell über Soundcloud so unglaublich viele wertschätzende Verbindungen zur Außenwelt bescheerte, während ich mich in der Realität zeitweise mit lauter Halunken rumschlagen musste und nicht mehr wusste wo mir der Kopf steht vor lauter Problemen. Es war die Musik, die mir die Kraft gab weiter an das Gute zu glauben, an die Mglichkeit des grössten gemeinsamen Guten, und das wir es erreichen können als Menschen, wenn wir uns dafür  entscheiden. Und dass dieser Glaube Bestand haben kann, aiuch wenn die Welt um mich herum ganz anders aussieht.

Ich hatte, auch wenn sich das alles sehr schön oder zumindest aufregend liest, extrem viele Hürden, lange Zeit mit sehr wenig Geld, ich habe Betrüger und Erpresser getroffen, Leute haben mich an die Wand verhandelt, ich habe Märkte kennengelernt, in denen mit harten Bandagen gekämpft wurde. Ich habe jahrelang für fast Nichts gearbeitet, und durchgehalten, für meine Freiheit.

Die Freiheit, sie war für mich mein größer Motor und Wert. Und gleichzeitig war da immer der Anspruch, alles perfekt können zu sollen, die Rollen, die man hier erwartet von einer Frau und Mutter zu spielen. Mehr und mehr, und dabei war die Musik eine große Hilfe, befreite ich mich von dem aufgestülpten Außenblick auf mich selber als Frau  und auf mein Leben. Sie brachte mich dahin einfach nur noch ich selber zu sein.

Gleichzeitig wurde ich zur digitalen Geschäftsmodellerfinderin für die Energiewende.

Ich kenne mich nun aus in den Märkten Erneuerbare Energien, Immobilien, Start Ups, Nachhaltigkeit, Cleantech und Digitalisierung.

Aber am glücklichsten macht mich die Musik, das Improvisieren und Gestalten von schönen musikalischen Momenten mit anderen, das Singen. Es erfüllt mich mit tiefer Freude und ich freue mich, wenn ich sie mit anderen teilen.kann.

 

Eva-Catrin Reinhardt, 2019    Life is always a progress.