Die wundersame Verwandlung des Sauhofs

 

Ausgehend von den Erlebnissen, die ich in der Wirtschaft hatte habe ich in den letzten Jahren einige Songs geschriebenm.

Ich möchte jetzt  ein Musical auf den Weg bringen, da ich finde, dass wir vor allem Werte diskutieren müssen und die Chancen der Digitalisierung. Ich denke ein heiteres Musical ist ein guter Weg meine Inhalte zu kommunizieren und andere Menschen zu inspirieren.

Inhaltlich geht es um eine bessere Wirtschaftswelt / Equality / den Solarmarkt / viel Musik /Digitalisierung

Stil - Richtung Dreigroschenoper. Die Premiere ist für 2021 geplant.

 

Hier der Inhalt des Buches

 

 

 

Auszug aus meinem Buch in Arbeit, Veröffentlichung geplant in 2020 „Die wundersame Verwandlung des Sauhofs“

Inhalt meines Buches:

In Zeiten von Klimakrise, Finanzkrise, Disbalance und emotionalem Burn Out der Gesellschaft wird ein Berliner Wohnungsbauunternehmen an einen Hedgefond verkauft.

Die Architektin und Mutter Anna B. will nach ihrem Erziehungsurlaub nicht in die Vermietungsabteilung versetzt werden, weil es ihrem Berufsethos widerspricht, und lässt sich abfinden. Wegen ihrer kleinen Kinder bekommt sie dann aber keinen Job mehr und macht sich selbstständig. Mit dem Anfangskapital aus der Abfindung landet sie geradewegs im Immobilienhaifischbecken in Berlin, erlebt Betrügereien, Heinis und Halunken. Sie fällt mehrfach hin und steht immer wieder auf und wechselt dann in den Solarmarkt.

Nach einer Beinahpleite durch das willkürliche Verhalten einer Bank, langen Jahren mit Migräne, in der sie einsam in ihrem Wohnzimmer anfängt mit dem Klavier zu improvisieren und in ihrem Wohnzimmer einen Salon eröffnet um noch eine Verbindung zur Außenwelt zu haben, weil Arbeit, Migräne und Kinder kaum Zeit lassen, gibt sie nie ihre Träume für eine bessere Wirtschaftswelt, für die Lösung der großen Weltzukunftsfragen auf, für eine Wirtschaft, in der der Mensch mit seinen Träumen, seinem Mut und seiner Arbeit einen Wert darstellt.

Nachdem aber dann endlich irgendwann einmal das Finanzierungsthema gelöst war, wurde sie mit rds energies zum weltweit erfolgreichsten Unternehmen für Nachhaltigkeit und die Energiewende.

Anmerkung: Alle Inhalte des Buches sind von der Wirklichkeit inspiriert. Die konkreten Personen und Handlungen sind jedoch frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen oder Firmen sind rein zufällig.

2013. Nach der Trennung zwang mich die Hausbank prompt ein neues Konto zu eröffnen und kündigte damit im Prinzip meine Kreditlinie. Der Grund? Weil sie ja nicht wisse, ob meine Situation nach der Trennung noch so sei wie vorher. Jetzt sei alles anders. Ich spreche mit meinem Kundenbetreuer und sage, dass ich doch vorher auch Geld verdient habe. Er entgegnet, man wisse aber nicht, wie sich das jetzt entwickeln werde und deshalb sei das zu riskant. Ich hatte das Konto in die gemeinsame Ehe gebracht, mein Exmann ist beigetreten, wir waren immer gute Kunden. Ich war über zwanzig Jahre Kundin dieser Bank. Dieses Vorgehen bringt mich in eine finanziell sehr angespannte Situation. Es kommt alles auf einmal. Bei einer zweiten Bank habe ich seit 2009 eine Kreditlinie von 70.000 Euro. Die Bank akquiriert mich, nachdem ich an einem Wettbewerb bei einer Uni in München teilgenommen hatte. Der Mitarbeiter versucht mich zu überzeugen: "Wir haben da ein neues Produkt mit der Bürgschaftsbank entwickelt, hören sie es sich doch einmal an. Wir geben einen Jahresumsatz als Kreditlinie."

Ich nehme das angebot dann trotz anfänglicher Skepsis an.

Das läuft jahrelang gut, dann lädt mich diese Bank 2014 zum persönlichen Gespräch. Meine Kundenbetreuerin, eine Frau Maier, eröffnet mir: „Ihre Kreditlinie ist zu hoch. Normalerweise geben wir nur einen Monatsumsatz als Kreditlinie. Wir müssen Ihre Kreditlinie zurückfahren. “ Ich bitte die Bank inständig um eine längerfristige Umschuldung, aber das wird abgelehnt. Mit der Trennung sei meine Bonität schlechter.

Ich bin perplex, ich hatte bis dato meine Verpflichtungen stets erfüllt. Es ist vollkommen willkürlich.2009 hatte man mir die Linie verkauft mit dem Argument man gäbe einen Jahresumsatz als Kreditlinie. Die Bank hatte mich akquiriert, eigentlich hätte ich gar keinen Kredit gebraucht, aber ich dachte es macht mich handlungsfähiger für meine unternehmerischen Ziele.

Voller Panik erkläre ich, dass ich aktuell hohe Forderungsausfälle habe, insgesamt 150.000 Euro, die ich nicht berechnen konnte, dass ich auch nicht die Liquidität für die Prozesse habe, die zur Eintreibung der Forderungen nötig wären, dass ich Mitarbeiter habe und auch brauche, die ich bezahlen muss, und dass ich in einer Trennungssituation bin mit 2 Kindern. Ich erwähne KFW Programme, mit denen Mitarbeiter finanziert werden.

„Glauben Sie denn alles, was auf der Waschmaschinenpackung steht?“ sagt mir dann Frau Maier kühl. „Wir haben Sie ja nur ausnahmsweise genommen, obwohl Sie ja Umsätze weit unter unseren Anforderungen haben. Wir nehmen normalerweise Kunden erst ab 500.000 Euro an, auch die von uns erhofften Synergien durch Ihre Marktpräsenz sind nicht zustande gekommen. Sie sind einfach für uns ein nicht lohnendes Geschäft.“ Das sitzt. Ich bin also nicht lohnend. Ich fange an, zu bitten.„Sehen Sie, ich bin in einer Trennungssituation, der Markt hat sich geändert aufgrund von gesetzlichen Neuregulierungen, aber Sie sehen doch, dass es läuft. Bitte lassen Sie mir Zeit. Frau Maier entgegnet: „Die Zeit lassen wir Ihnen nur, wenn Sie sich mit der Kündigung des Kredits einverstanden erklären und uns sofort 8000 Euro zurückzahlen, später den Rest.“ Ich stehe mit dem Rücken an der Wand. Ich habe keine Ersparnisse mehr. Alle meine Ersparnisse sind in die Familie und in die Firma geflossen. Unsere jetzige Altbauwohnung ist zu teuer, aber ich habe kein Geld, um umzuziehen und will meinen Kindern nicht auch noch Ihre vertraute Umgebung wegnehmen.

Ich kann wählen: meine Lebensaufgabe den Bach runtergehen lassen und auf Hartz 4 machen oder kämpfen und meinen Weg weitergehen. Ich entscheide mich für Letzteres. Aber immer, wenn es finanziell sehr eng wird, bekomme ich noch mehr Migräneanfälle als ohnehin schon, an manchmal bis zu 15 Tagen im Monat, die mich dann immer vollkommen handlungsunfähig machen. Meine Kinder tun mir leid, denn in der ganzen Situation bin ich sicherlich nicht die Mutter, die sie unter besseren Umständen mit mir gehabt hätten.

Ich entlasse alle 3 Mitarbeiter, kündige das Büro und ziehe um nach Hause mit meinen Kisten. Es ist anstrengend jetzt Privates und Berufliches nicht mehr trennen zu können.

Die Bank lässt mich dann ein Jahr lang in Ruhe. Ich schaffe es, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten und auch etwas den Kredit herunterzufahren, aber die Bank will mich dann nicht mehr als Kunden. Nachdem ich es nicht geschafft habe, die noch ausstehenden 62.000 Euro in einem Jahr zurückzuzahlen und man meiner Bitte nicht nachkommt, eine längerfristige Umfinanzierung zu machen, komme ich in die Abwicklungsabteilung.

Wohlgemerkt habe ich ganz gut Umsätze, immer mehr Kunden, als ich bedienen kann, ich bräuchte nur Kapital für Mitarbeiter zur Auftragsvorfinanzierung.

Frau Buberger, die Dame von der Abwicklungsabteilung, ist eiskalt. Sie sagt mir als erstes: „Jetzt sehen Sie endlich ein, dass es mit Ihnen ein Ende hat und aus der Sache nichts mehr wird.“ Ich erwidere, dass sie so meine Existenz und die meiner Kinder zerstört. Dass ich alles was ich hatte in den Aufbau meines Unternehmens investiert habe und jahrelange Arbeit. Dass ich Anfragen ohne Ende haben und den Nerv des Kunden getroffen habe. Sie lässt sich dann erweichen und gibt mir schlussendlich die Gelegenheit, innerhalb eines Jahres in Raten die 62.000 Euro zurückzuzahlen. Das schaffe ich bis Mitte 2017, teils aus den Umsätzen, mehr aber durch sehr teure Umfinanzierungen mit 8 bis 10% Zinsen, die nur so stückweise hereinkamen. Die ganze Zeit leide ich unter erheblichen Existenzängsten. Ich fühle mich oft wirklich sehr alleine. Es gibt keinerlei Hilfsangebote für Unternehmerinnen in Not, außer Hartz 4. 

Nachdem ich dann endlich die Bank aus meinem Leben verabschiedet habe, folgen arbeitsreiche Jahre. Ich schaue zu, dass ich Land gewinne, meine jüngere Tochter macht Abitur und zieht nach Marburg zum Studieren. Etwas Druck ist raus, ich habe überlebt, aber das Wachstum ist noch nicht geregelt.

Zugleich ist der Markt knallhart. Erst einmal die Tatsache, dass nur Provisionen im Erfolg gezahlt werden, und man die Arbeit vorfinanzieren muss. Nicht nur einmal passierte es, dass man mich vor Abschluss nötigt. „Gehen Sie auf die Hälfte runter mit Ihrer Provision“, auch wenn man einen Vertrag hat. Wenn man das Geld bitte nötig hat lässt man sich darauf ein, aber es fühlt sich sehr demütigend an. Oder wenn ich eine Klage einreiche, im Moment der Einreichung doch der Zahlungswille signalisiert wird, dann mit 25% Nachlass und ohne Übernahme der Anwalts und Gerichtskosten. Wenn man keine Rücklagen hat, macht man es auch.

Und ich denke, ich bin nicht die Einzige, mit der so umgegangen wird. Ich bin mit Menschen nie so umgegangen und finde Vieles einfach würdelos. Ich habe oft gewusst, wie ich diese Leute hätte „killen“ können, aber ich will meinen Frieden, denn ein juristischer Krieg, Strafanzeigen kostet Energie, die ich nicht habe, weil ich die wenige Zeit, die ich habe für meine Kinder da sein möchte.

Die Migräne verbessert sich trotzdem leicht.

Eine Investitionslösung oder Finanzierung wird trotz vorhandenem Markt und hohen Auftragsvolumina, extremer Nachfrage nach meinen Dienstleistungen und zahlreicher Versuche nicht gewährt. Die zeitlichen Ressourcen sind zu knapp, um mein Pensum zu bewältigen. Ich arbeite nur, Urlaub oder Wochenende werden Fremdwörter in meinem Leben.

Trotzdem, meine Freiheit ist mir wertvoll und wichtig.

Ich baue meine drei Geschäftsfelder weiter aus: Dachkampagne für die Suche nach Gewerbedächern ab 2000 m2, Suche nach Solarinvestments für Investoren und Strukturierung von ausländischen Projektentwicklungen für Solar Großanlagen

Die Kunden laufen mir weiterhin die Bude ein und ich weiß oft nicht, womit ich zuerst anfangen soll. Es gibt viel zu viel Arbeit für mich alleine. Ich würde gerne mehr delegieren, aber es geht noch nicht und die größeren Geldkanäle bleiben erstmal weiter verschlossen.

Ich rede es mir schön, dass ich ja wenigstens davon leben kann, unabhängig bin, kein Hartz 4 beantragen musste. Damit geht es mir wahrscheinlich schon besser als 90% aller anderen Alleinerziehenden. Wie schon ausgeführt, wären meine Chancen als Angestellte wegen der Migräne äußerst gering.

Noch immer brennt aber etwas Feuer in mir etwas Positives in der Welt zu gestalten, trotz meiner Krankheit an der Wirtschaft teilzuhaben, wirtschaftlichen Wohlstand und Freiheit zu erreichen und diesen auch anderen zu ermöglichen.

Aber meine Mitwelt nimmt das nicht mehr ernst. Wenn ich mal wieder begeistert von neuen Projekten erzähle, winken sie ab – „ach, das erzählst Du ja seit Jahren, aber das wird ja nie was.“ Sie sehen nicht, wie hart ich arbeite, wie nahe ich oft am Erfolg bin, sie sehen nicht, das ich ja zumindest mein Auskommen habe und davon lebe, sie sehen auch nicht, dass diese Bank mir massiv Steine in den Weg gelegt hatte.

In Medien wird immer geschrieben, dass es so wenig Gründerinnen gibt, weil Ihnen der Mut fehlt. Das stimmt aber nicht. Ich war sehr mutig, und andere waren auch sehr mutig nehme ich an.

Ich denke ich bin kein Einzelfall.

Investoren könnte ich gute Zinsen zahlen, und ein ziemlich sicheres Investment anbieten, mit dem sie die Umsetzung der Energiewende, ein nachhaltiges Geschäftsmodell und die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen möchten.

Ich frage mich, wie ich meine Situation verändern kann und auf diesem Weg traf ich andere, denen es ähnlich ging.

Irgendwann später treffe ich auch ernsthafte Investoren, die meine Grundlagen und Denkmodelle verstehen und sehr positiv bewerten. Und auch die Migräne verabschiedet sich dann.